16/10/2026
Warum ich beim Unterrichten nicht zuerst nach Fehlern suche
Wenn ich Menschen in einer Yogastunde oder im Einzelcoaching bei einer Bewegung beobachte, interessiert mich nicht zuerst, ob etwas „richtig“ oder „falsch“ aussieht. Mich interessiert viel mehr, warum der Körper genau diese Lösung gewählt hat.
Vielleicht fehlt an einer Stelle Beweglichkeit und eine andere Körperregion übernimmt mehr. Vielleicht entsteht Stabilität über sehr viel Spannung. Vielleicht ist eine Bewegung über Jahre so selbstverständlich geworden, dass sie sich völlig normal anfühlt, obwohl der Körper längst noch andere Möglichkeiten hätte.
Das alles sehe ich nicht als Fehler.
Unser Körper ist unglaublich gut darin, Lösungen zu finden. Er organisiert Bewegung so, dass sie für uns erst einmal funktioniert – mit den Voraussetzungen, Erfahrungen und Gewohnheiten, die wir mitbringen.
Genau deshalb finde ich es wenig hilfreich, eine Bewegung einfach nur von außen zu korrigieren. Ich möchte verstehen, was dahinter passiert. Wo entsteht die Bewegung? Welche Bereiche arbeiten gut zusammen? Wo wird unnötig viel Kraft eingesetzt? Und was verändert sich, wenn wir nur einen kleinen Impuls setzen?
Oft ist der Unterschied von außen kaum zu sehen und im eigenen Körper trotzdem sehr deutlich zu spüren. Für mich ist das einer der spannendsten Aspekte beim Unterrichten: Menschen nicht in eine bestimmte Form zu bringen, sondern ihnen zu helfen, ihre eigene Bewegung besser zu verstehen. Denn wenn ich weiß, warum etwas funktioniert oder sich schwierig anfühlt, kann ich auch selbst anfangen, sinnvoll damit umzugehen.
Genau dieser Gedanke steckt auch hinter KBI³ und meiner Arbeit mit Yoga, Spiraldynamik® und funktioneller Bewegung.
Nicht möglichst schnell korrigieren, sondern zuerst verstehen, was der Körper gerade tut und warum. Denn erst daraus kann eine Veränderung entstehen, die zum Menschen passt.
Am 31. Oktober nehmen wir uns im KBI³ Grundlagen-Workshop genau dafür Zeit.
https://yogaleicht.de/shop/yoga-workshop-koerper-und-bewegungsintelligenz/