25/09/2026
Diese Stimme kennst du vermutlich gut — sie kommentiert jeden Fehler, aber nie die 20 Dinge, die gut liefen. 🪷
Der sogenannte innere Kritiker fühlt sich an wie die eigene Stimme, ist aber meist ein Sammelsurium aus alten Erwartungen — Eltern, Lehrer:innen, gesellschaftliche Normen, die wir irgendwann verinnerlicht haben, ohne sie je bewusst zu hinterfragen. Mit der Zeit klingt das dann wie "man selbst", obwohl es eigentlich fremde Stimmen sind.
Ein Beispiel, das viele kennen: Du hast einen vollen Tag hinter dir — Familie organisiert, Job erledigt, für andere da gewesen. Abends fällt dir eine einzige Sache ein, die nicht perfekt lief: eine unbeantwortete Nachricht, ein vergessener Anruf, ein Satz, der vielleicht falsch rüberkam. Und genau diese eine Sache dreht sich dann stundenlang im Kopf — während die 20 Dinge, die gut liefen, komplett untergehen.
Der erste Schritt ist nicht, diese Stimme zum Schweigen zu bringen — das gelingt selten. Sondern: sie zu bemerken, statt ihr automatisch zu glauben. Schon die kurze Frage "Ist das wirklich meine Meinung, oder eine alte Erwartung?" schafft Abstand.
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