29/10/2026
Seid unbequem!
Mit zunehmendem Alter und vor allem mit chronischenErkrankungen werden wir oft bequemer. Oder wir machen es uns bequem, weil der Alltag ohnehin schon anstrengend genug ist.
Verständlich. Aber auf Dauer tun wir uns damit nicht unbedingt einen Gefallen. Was wir nicht mehr bewegen, wird irgendwann zur Herausforderung. Und plötzlich ist das SockenAnziehen ein kleines SportEvent.
Deshalb mein Aufruf: Macht es euch nicht immer so bequem!
Ein paar Ideen für den Alltag:
Dreht euch beim Rückwärtsfahren im Auto auch mal um, statt euch ausschließlich auf die Rückfahrkamera zu verlassen. Beim Fahrradfahren gilt: Umschauen üben! Natürlich nur, wenn es sicher ist.
Zieht euch Socken und Schuhe im Stehen an. Am Anfang vielleicht mit Festhalten, wenn nötig. Gleichgewicht ist schließlich keine Selbstverständlichkeit.
Versucht beim Waschen den Rücken selbst zu erreichen. Der Waschlappen darf ruhig etwas zu tun bekommen. Eine RückenKratzverlängerung ist praktisch, aber nicht jede Bewegung muss delegiert werden.
Legt nicht alles auf die Treppe, um es später gesammelt auf einmal hoch- oder runterzutragen. Lieber öfter gehen, statt den inneren LogistikManager gewinnen zu lassen.
Nutzt jede Gelegenheit, euch zu bewegen: bücken, strecken, drehen, aufstehen, ein paar Schritte gehen. Was im Alltag möglich und sicher ist, zählt!
Und natürlich: Mit Fibromyalgie und anderen chronischenErkrankungen müssen wir unsere Kräfte einteilen. Es geht nicht darum, Schmerzen zu ignorieren oder sich zu überfordern. Anpassung ist wichtig. Aber Schonung ist nicht immer die beste Lösung.
Mein Motto: Macht es euch nicht unnötig schwer. Aber macht es euch auch nicht unnötig leicht!
Denn manchmal ist ein bisschen Unbequemlichkeit genau das, was uns beweglich hält.
Also: Seid unbequem! Euer Körper wird es euch hoffentlich danken.