20/10/2026
Aus aktuellen Anlass, nämlich der aktuellen Stunde im Landtag durch Claudia Klimt-Weithaler und KPÖ Steiermark gibt es heute mal ein etwas anderes Posting. Nämlich eine Filmkritik ;) (sogar mit Wanhinweis für Humorbefreite, Plakat und Text sind Satire: eine erfundene Filmkritik zur Spitalspolitik von FPÖ und ÖVP. Anlass sind die geplanten Kürzungen von 30 Millionen Euro im Spitalsbudget 2027.
**IM WEISSEN RÖSSL GIBT’S WENIGSTENS BETTEN**
Selten wurde ein Rotstift so herzlich geführt. Karlheinz Kornhäusl gibt den Verwalter eines Hauses, das mit weniger Geld dieselbe Gastlichkeit verspricht. Das Lächeln sitzt, der Anzug auch. Nur beim Dienstplan wird es eng.
Die ÖVP und ihre alten schwarzen Hausfreunde kennen die Bücher, die Risse im Gemäuer und die nächste Schließungsliste. Landtagsabgeordneter Triller (Fpö) bekommt vorerst den Prospekt. Eine schöne Pointe der Ausstattung: Sein neuer Direktionsschlüssel passt ausgerechnet beim Hinterzimmer nicht.
Marco Triller spielt den blauen Direktionsassistenten mit rührendem Eifer. Er poliert sein Türschild und versichert den Gästen, alles bleibe bestens man solle die Experten mal arbeiten lassen. Sein FPÖ-Ensemble nickt begeistert mit. Man möchte ihnen glauben, so gern glauben sie sich selbst. Die Mitarbeiter:innen lächeln nachsichtig. Die Stammgäste inzwischen auch. Es ist die undankbare Rolle des Mannes, der noch Zimmer empfiehlt, während hinter ihm schon die Möbel hinausgetragen werden.
Kornhäusls große Gesangsnummer heißt: „Wir sparen im System, nicht in der Versorgung.“ Triller kennt den Refrain bereits auswendig. Dann der schönste Schnitt des Films: hinten dieselbe Pflegekraft, ein Patient mehr, keine Pause. Das vielbesungene „System“ hat plötzlich Füße. Und die tun weh.
Mit der Vorgeschichte nimmt es diese Produktion weniger genau. Die langjährige schwarze Hausverwaltung erscheint zur eigenen Sanierung als frisch angereiste Rettungstruppe. Kornhäusl überspielt den Anschlussfehler mit tadelloser Haltung. Triller hält ihm schon die Tür auf.
Erst als die Belegschaft eine Petition auf den Empfangstisch legt, beginnt das Bild zu bröckeln und die Satire an Tempo. Triller will pflichtbewusst den Verantwortlichen holen. Dann fällt sein Blick auf die eigene Unterschrift unter dem Sparplan. Endlich eine Pause, die sitzt.
Ein Sparmusical mit abgehobener Direktion und liebenswürdig beflissener Assistenz. Den Betrieb retten einstweilen jene, die im Vorspann unter „Sonstige Mitwirkende“ stehen.
❤️🩹 Das Happy End ist noch nicht geschrieben: --> Petition unterschreiben und weiterleiten. Https://mein.aufstehn.at/petitions/stoppt-die-budgetkurzungen-im-gesundheits-und-sozialbereich-in-der-steiermark