03/10/2026
Ein Welpe kommt nicht mit einem „fertigen“ Bewegungsapparat zur Welt.
Knochen, Gelenke, Muskulatur und Bewegungsmuster entwickeln sich gemeinsam und genau hier wird die Form-Funktions-Regel spannend:
Form beeinflusst Funktion.
Aber Funktion beeinflusst auch Form.
Während des Wachstums reagiert der Bewegungsapparat auf die Belastungen, die täglich auf ihn einwirken. Bewegung liefert wichtige Reize für die funktionelle Entwicklung. Gleichzeitig können ungünstige Bewegungsmuster, Fehlbelastungen oder fehlende Stabilität beeinflussen, wie Kräfte durch den Körper geleitet werden.
Deshalb schauen wir bei Welpen nicht erst hin, wenn eine deutliche Lahmheit entsteht.
Uns interessieren schon viel früher Fragen wie:
• Bewegt sich die Hinterhand symmetrisch?
• Wie stabil ist das Becken?
• Werden beide Körperseiten vergleichbar eingesetzt?
• Wie entwickeln sich Bewegungsumfang und Koordination?
• Bleiben Auffälligkeiten bestehen oder verändern sie sich mit dem Wachstum?
Genau deshalb ist eine Verlaufskontrolle so interessant.
Eine einzelne Messung ist eine Momentaufnahme. Mehrere Messungen während des Wachstums zeigen dagegen, wie sich Funktion entwickelt.
Und das verändert die Perspektive:
Nicht erst fragen:
„Was ist kaputt?“
Sondern viel früher:
„Entwickelt sich dieser Hund funktionell so, wie wir es erwarten?“
Form folgt Funktion und im Wachstum ist diese Beziehung besonders spannend.
Habt ihr bei eurem Welpen schon einmal bewusst darauf geachtet, ob er beide Körperseiten gleich benutzt?