18/07/2025
๐ฑ Jedes Leben ist wertvoll โ aber wir mรผssen auch die Frauen sehen ๐ฑ
Als รrztin und Mutter berรผhrt mich die aktuelle Debatte um Schwangerschaftsabbruch und Embryonenrechte sehr. Ich glaube tief in meinem Herzen, dass jedes Kind ein Geschenk ist und dass jedes Leben eine Chance verdient. Mein eigenes Kind ist das Beste, was mir im Leben passiert ist โ ein Wunder, das mich jeden Tag erfรผllt.
Doch ich sehe auch die andere Seite. Ich habe in meiner Arbeit Frauen erlebt, die in Situationen waren, die sie an den Rand ihrer Krรคfte gebracht haben: ungewollte Schwangerschaften, Gewalt, Missbrauch. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es ist, neun oder sogar zehn Monate lang ein Kind unter dem Herzen zu tragen, das man nicht mรถchte. Fรผr manche bedeutet es, das Trauma Tag fรผr Tag wieder zu durchleben. Fรผr andere ist es die Angst vor einer Zukunft, die sie nicht stemmen kรถnnen.
Als Gesellschaft dรผrfen wir nicht nur รผber die Rechte des ungeborenen Lebens sprechen, sondern auch รผber die Rechte der Frau. Sie ist es, die die kรถrperlichen und seelischen Verรคnderungen trรคgt. Sie ist es, die das Risiko eingeht. Und sie ist es, die mit den Folgen lebt โ egal, wie sie sich entscheidet.
๐ Deshalb braucht es bessere Unterstรผtzung fรผr Frauen:
โข Einen einfachen, schnellen Zugang zur โPille danachโ โ nicht nur beim Arzt, sondern auch direkt in Apotheken, wie es von Fachgesellschaften empfohlen wird.
โข Eine gynรคkologische Versorgung, die erreichbar ist. Heute ist es oft schon zu spรคt, wenn Frauen รผberhaupt einen Termin bekommen.
๐ถ Fรผr Kinder, die nicht gewollt sind, kรถnnte eine frรผhe Lรถsung sein, dass diese Schwangerschaften zur Adoption freigegeben werden โ schon wรคhrend der Schwangerschaft. Es gibt so viele Paare, die sich sehnlichst ein Kind wรผnschen und selbst keines bekommen kรถnnen. So kรถnnten diese Kinder in liebevollen, stabilen Verhรคltnissen aufwachsen.
๐ค Aber wir dรผrfen Frauen nicht zwingen. Denn ein Kind zu bekommen, das nicht gewollt ist, kann nicht nur fรผr die Mutter, sondern auch fรผr das Kind selbst zu einem Leben voller Schmerz und Trauma fรผhren. Wir wissen, wohin Vernachlรคssigung und Missbrauch fรผhren kรถnnen โ nicht selten wachsen daraus Wunden, die ein Leben lang nicht heilen.
Als รrztin sehe ich die medizinische Seite. Als Mutter spรผre ich die emotionale Seite. Beide sind untrennbar miteinander verbunden.
โธป
๐ฌ Wir mรผssen einen Weg finden, der die Wรผrde und das Leben des Kindes achtet โ und gleichzeitig die Selbstbestimmung und Gesundheit der Frau schรผtzt. Beides gehรถrt zusammen.
โธป