28/10/2026
103 Todesfälle in NRW-Jugendhilfeeinrichtungen – wer überprüft die staatliche Schutzverantwortung?
Deutscher Kinderverein fordert unabhängige Ursachenanalyse und Befassung der Kinderschutzkommission des Landtags NRW:
Eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung der Todesfälle und ihrer Umstände unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte.
Eine landesweit einheitliche Erfassung und Auswertung von Todesfällen, Suizidversuchen und anderen schwerwiegenden Gefährdungsereignissen.
Eine systematische Untersuchung möglicher Risikofaktoren, insbesondere der personellen Ausstattung, der therapeutischen Versorgung, der Beziehungskontinuität und der Krisenintervention.
Eine öffentliche Befassung der Kinderschutzkommission des Landtags NRW einschließlich einer Anhörung der zuständigen Behörden und unabhängiger Fachleute.
Eine transparente Berichterstattung über Ergebnisse, identifizierte Schutzlücken und daraus abgeleitete Maßnahmen.
Der Deutsche Kinderverein fordert die Kinderschutzkommission des nordrhein-westfälischen Landtags ausdrücklich auf, die Ergebnisse der WDR-Recherchen zeitnah auf die Tagesordnung zu setzen und eine öffentliche parlamentarische Befassung einzuleiten.
Dabei muss insbesondere geklärt werden, warum Todesursachen bislang nicht systematisch ausgewertet werden, welche Informationen den zuständigen Aufsichtsbehörden vorliegen und welche strukturellen Erkenntnisse aus den gemeldeten Vorfällen gewonnen werden können.
Immer wieder sterben Minderjährige in einer Betreuung. Die NRW-Behörden wissen wenig dazu. Gibt es eine Lücke im Kinderschutz?