20/10/2026
Der Trend zu zuckerfreien Getränken und die geplante Zuckersteuer, die ab Juli 2027 gelten soll, dürften dazu führen, dass mehr Zero-Produkte getrunken werden. Aufschlussreich ist deshalb eine aktuelle Auswertung, die untersucht hat, ob Süßstoffgetränke mit Leberkrebs zusammenhängen. Dafür wurden Daten von rund 1,5 Millionen Erwachsenen aus elf Langzeitstudien zusammengeführt, zehn aus den USA und eine aus Europa. Die Teilnehmenden wurden im Mittel knapp 18 Jahre lang beobachtet. Verglichen wurde, wie viele mit Zucker gesüßte Getränke und wie viele Light- bzw. Zero-Getränke sie tranken. In den USA ist Aspartam der häufigste Süßstoff in solchen Getränken.
Das Ergebnis überrascht, denn gerade Aspartam stand im Verdacht, Krebs zu begünstigen. Für Süßstoffgetränke fand sich jedoch kein Zusammenhang mit Leberkrebs. Anders bei zuckerhaltigen Getränken. Wer dauerhaft täglich ein solches Getränk (eine Dose, ca. 0,33 l) mehr trank, hatte ein um etwa 10 % höheres relatives Risiko für Leberzellkrebs (hepatozelluläres Karzinom). Das absolute Risiko bleibt allerdings gering. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, belegt sie keinen ursächlichen Zusammenhang. Als mögliche Erklärung gilt der Fruktosestoffwechsel. Fruktose wird überwiegend in der Leber verarbeitet und kann dort Stoffwechselveränderungen wie eine Verfettung fördern.