19/10/2026
Haarausfall: Wann sollte man zum Hautarzt?
Mehr Haare als sonst in der Bürste, auf dem Kopfkissen oder im Abfluss: Das kann schnell verunsichern. Doch nicht jeder Haarverlust ist gleich ein Grund zur Sorge. Haare durchlaufen einen natürlichen Wachstumszyklus und fallen am Ende ihrer Lebensphase aus. Wird das Haar jedoch sichtbar dünner, verbreitert sich der Scheitel oder entstehen kahle Stellen, sollte die Ursache genauer untersucht werden.
Haarausfall kann viele Ursachen haben
Besonders häufig ist der erblich bedingte, sogenannte androgenetische Haarausfall. Bei Männern zeigen sich dabei oft zunächst Geheimratsecken oder eine lichte Stelle am Hinterkopf. Bei Frauen wird das Haar häufig im Bereich des Scheitels zunehmend dünner.
Daneben gibt es den diffusen Haarausfall. Dabei werden die Haare relativ gleichmäßig am gesamten Kopf weniger. Mögliche Auslöser sind beispielsweise Infekte, Operationen, starke körperliche oder seelische Belastungen, hormonelle Veränderungen, bestimmte Medikamente oder ein Nährstoffmangel. Auch Störungen der Schilddrüse oder ein Eisenmangel können eine Rolle spielen.
Wichtig zu wissen: Der Auslöser liegt nicht immer unmittelbar vor dem Beginn des Haarausfalls. Mitunter zeigt sich der verstärkte Haarverlust erst Wochen oder sogar Monate später.
Wann ist ein Termin beim Hautarzt sinnvoll?
Ein dermatologischer Termin empfiehlt sich insbesondere, wenn:
- der Haarausfall plötzlich oder sehr stark auftritt,
- das Haar sichtbar dünner wird,
- sich der Scheitel deutlich verbreitert,
- einzelne kahle oder kreisrunde Stellen entstehen,
- die Kopfhaut gerötet ist, schuppt, brennt, schmerzt oder stark juckt,
- Pusteln oder Vernarbungen der Kopfhaut auftreten,
- auch Augenbrauen oder andere Körperhaare ausfallen,
- zusätzliche Beschwerden wie starke Müdigkeit oder deutliche Gewichtsveränderungen auftreten.
Besonders bei entzündlichen oder vernarbenden Formen des Haarausfalls ist eine frühzeitige Abklärung wichtig, da Haarwurzeln dauerhaft geschädigt werden können.
Kreisrunde kahle Stellen können außerdem auf eine Alopecia areata hinweisen. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Haarwurzeln vorübergehend angreift.
Wie wird Haarausfall untersucht?
Zu Beginn fragt der Hautarzt unter anderem nach Dauer und Verlauf des Haarausfalls, möglichen Erkrankungen, Medikamenten, familiären Faktoren und zurückliegenden Belastungen.
Anschließend werden Kopfhaut und Haare genauer untersucht. Je nach Befund können beispielsweise ein Haarzugtest oder eine vergrößerte Betrachtung von Haaren und Kopfhaut mithilfe der Trichoskopie sinnvoll sein. Besteht der Verdacht auf eine körperliche Ursache, können gezielte Blutuntersuchungen folgen, etwa zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels oder der Schilddrüsenfunktion.
Nahrungsergänzungsmittel nicht auf Verdacht einnehmen
Bei Haarausfall greifen viele Betroffene zu Präparaten mit Biotin, Zink, Eisen oder anderen Nährstoffen. Eine Einnahme ist jedoch nicht automatisch sinnvoll. Besteht kein entsprechender Mangel, lässt sich der Haarausfall dadurch in der Regel nicht gezielt behandeln. Vor allem Eisen sollte nicht ohne medizinische Abklärung eingenommen werden.
Frühzeitig Klarheit schaffen
Haarausfall lässt sich nicht immer verhindern. Entscheidend ist zunächst, herauszufinden, welche Form des Haarverlusts vorliegt und welche Ursache dahintersteckt. Davon hängt auch ab, ob und welche Behandlung sinnvoll ist.
Wer einen zunehmenden Haarverlust, kahle Stellen oder Veränderungen der Kopfhaut bemerkt, sollte daher nicht monatelang abwarten. Eine dermatologische Untersuchung kann helfen, die Ursache frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls eine passende Behandlung einzuleiten.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen - www.staude.de